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Magnesium Dosierung: Wie viel braucht der Körper?

Finn Boltenhagen5 min01. Februar 2026

Empfohlene Tagesdosis nach Alter und Geschlecht

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende Mengen:

Erwachsene

  • Männer (25-65 Jahre): 350-400 mg
  • Frauen (25-65 Jahre): 300-350 mg
  • Schwangere: 310-350 mg
  • Stillende: 390 mg

Jugendliche

  • 13-15 Jahre (männlich): 310 mg
  • 13-15 Jahre (weiblich): 310 mg
  • 15-19 Jahre (männlich): 400 mg
  • 15-19 Jahre (weiblich): 350 mg

Kinder

  • 1-4 Jahre: 80 mg
  • 4-7 Jahre: 120 mg
  • 7-10 Jahre: 170 mg
  • 10-13 Jahre: 230-250 mg

Faktoren, die den Magnesiumbedarf erhöhen

Bestimmte Lebensumstände und Gewohnheiten können Ihren Magnesiumbedarf erhöhen:

1. Sport und körperliche Aktivität

Durch Schwitzen verliert der Körper Magnesium. Sportler benötigen bis zu 20-30% mehr Magnesium.

2. Stress

Chronischer Stress erhöht den Magnesiumverbrauch deutlich. In Stressphasen kann der Bedarf um bis zu 30% steigen.

3. Schwangerschaft und Stillzeit

Der Magnesiumbedarf steigt während Schwangerschaft und Stillzeit um etwa 10-20%.

4. Bestimmte Medikamente

Folgende Medikamente können den Magnesiumbedarf erhöhen:

  • Diuretika (Entwässerungsmittel)
  • Protonenpumpenhemmer (Magenschutzmittel)
  • Antibiotika
  • Chemotherapeutika

5. Erkrankungen

  • Diabetes mellitus
  • Chronische Darmentzündungen
  • Nierenerkrankungen
  • Alkoholabhängigkeit

Wie sollte Magnesium dosiert werden?

Verteilung über den Tag

Die Magnesiumaufnahme sollte idealerweise über den Tag verteilt erfolgen:

  • Morgens: 100-150 mg
  • Mittags: 100-150 mg
  • Abends: 100-150 mg

Vorteil: Bessere Verträglichkeit und optimale Aufnahme

Einnahme mit oder ohne Nahrung?

Die meisten Magnesiumpräparate können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Einige Tipps:

  • Bei empfindlichem Magen: Mit der Mahlzeit einnehmen
  • Für besseren Schlaf: Abends vor dem Schlafengehen
  • Für Sportler: Nach dem Training

Maximale Tagesdosis und Obergrenze

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Nahrungsergänzungsmittel eine Obergrenze von 250 mg/Tag festgelegt.

Wichtig: Diese Obergrenze gilt zusätzlich zur Aufnahme über die Nahrung!

Gesamtaufnahme:

  • Über Nahrung: 200-300 mg/Tag (Durchschnitt)
  • Über Supplements: Maximal 250 mg/Tag
  • Gesamtaufnahme: bis zu 550 mg/Tag gilt als sicher

Dosierung nach Magnesiumverbindung

Verschiedene Magnesiumverbindungen haben unterschiedliche Bioverfügbarkeit:

Hochdosiert (hohe Bioverfügbarkeit):

  • Magnesium-Citrat: 200-400 mg/Tag
  • Magnesium-Glycinat: 200-400 mg/Tag
  • Magnesium-Malat: 300-450 mg/Tag

Mittlere Dosierung:

  • Magnesium-Oxid: 400-800 mg/Tag (geringere Bioverfügbarkeit)
  • Magnesium-Carbonat: 400-600 mg/Tag

Anzeichen einer Überdosierung

Eine Überdosierung durch normale Ernährung ist nahezu unmöglich. Bei zu hoher Supplementierung können folgende Symptome auftreten:

  • Durchfall (häufigstes Symptom)
  • Übelkeit
  • Bauchkrämpfe
  • Müdigkeit
  • Niedriger Blutdruck

Bei diesen Symptomen: Dosis reduzieren oder pausieren

Wann sollte Magnesium höher dosiert werden?

In folgenden Situationen kann eine höhere Dosierung sinnvoll sein:

1. Akute Muskelkrämpfe: 300-400 mg/Tag

2. Migräneprophylaxe: 400-600 mg/Tag

3. PMS-Beschwerden: 200-400 mg/Tag

4. Leistungssport: 400-500 mg/Tag

Wichtig: Höhere Dosierungen immer mit dem Arzt absprechen!

Tipps für die richtige Dosierung

1. Klein anfangen: Mit 100-150 mg/Tag beginnen

2. Langsam steigern: Alle 3-4 Tage um 50-100 mg erhöhen

3. Verträglichkeit beobachten: Bei Durchfall Dosis reduzieren

4. Regelmäßig einnehmen: Für konstante Magnesiumspiegel

5. Langfristig denken: Magnesiumspeicher füllen sich über Wochen

Fazit

Die optimale Magnesium-Dosierung liegt für die meisten Erwachsenen zwischen 300-400 mg täglich. Sportler, gestresste Personen und Schwangere haben einen erhöhten Bedarf. Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis und steigern Sie diese langsam. Bei Unsicherheiten konsultieren Sie einen Arzt oder Ernährungsberater.


Disclaimer: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen immer einen Arzt.

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